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Diese Jeans brachte mir vor Kurzem eine Kundin in die Werkstatt. Sie war gut eingetragen, wurde gern getragen und sollte auf jeden Fall erhalten bleiben. Nur hinten hatte der Stoff nachgegeben: Direkt an einer der Gesäßtaschen verlief ein längerer Riss.
Den Riss einfach nur zuzunähen, hätte hier nicht gereicht.
Die Tasche musste zuerst runter
Der Riss verlief direkt entlang der aufgesetzten Gesäßtasche. Um die Stelle richtig erreichen zu können, habe ich die Tasche deshalb vorsichtig abgetrennt.
Erst dann lässt sich sehen, wie weit ein solcher Schaden tatsächlich reicht. Bei dieser Jeans war auch der Jeansstoff rund um den Riss bereits geschwächt.

Wird nur der sichtbare Riss geschlossen, bleibt möglicherweise direkt daneben dünner Stoff zurück. Dann kann die Jeans dort schon bald wieder nachgeben.
Verstärkung von innen
Zuerst habe ich den beschädigten Bereich mit einer Gewebeeinlage fixiert. Sie hält den Stoff in Position und schafft eine gute Grundlage für die weitere Reparatur.
Für die zusätzliche Verstärkung habe ich ein Stück Denim aus einer alten Jeans verwendet. Ich habe es so zugeschnitten, dass es nicht nur den eigentlichen Riss, sondern auch das geschwächte Gewebe rundherum abdeckt.

Anschließend wurde das Stück sorgfältig festgenäht. Die überstehenden Kanten habe ich mit der Zackenschere zurückgeschnitten.
Von außen soll die Jeans möglichst so aussehen wie vorher. Die eigentliche Arbeit sitzt deshalb dort, wo sie gebraucht wird: auf der Innenseite.

Danach kommt die Tasche wieder an ihren Platz
Als der Bereich wieder stabil war, konnte ich die Gesäßtasche an ihrer ursprünglichen Position aufnähen.
Das braucht etwas Genauigkeit. Schließlich soll die Tasche hinterher nicht schief oder versetzt sitzen, sondern sich wieder ganz selbstverständlich in die Jeans einfügen.
Auf der Innenseite sieht man, wie groß die reparierte Fläche tatsächlich ist. Von außen verschwindet ein großer Teil davon wieder unter der Tasche.

Am Ende war die Jeans wieder stabil und bereit für den Alltag.
Woran man früh erkennt, dass der Stoff nachgibt
Rund um die hinteren Taschen wird eine Jeans beim Tragen immer wieder beansprucht. Besonders an den Kanten kann der Stoff mit der Zeit dünner werden. Auch Handy, Geldbörse oder Schlüssel können den Bereich zusätzlich belasten.
Deshalb lohnt es sich, ab und zu genauer hinzusehen. Wird der Jeansstoff neben der Tasche auffällig dünn, beginnt er sich aufzurauen oder lösen sich erste Fäden, muss man nicht warten, bis ein größerer Riss entsteht.
Eine geschwächte Stelle lässt sich oft schon vorher verstärken.
Bei dieser Jeans war der Riss bereits deutlich. Trotzdem konnten die ursprüngliche Tasche und das Erscheinungsbild der Hose erhalten bleiben. Das Stück Denim aus einer alten Jeans verschwindet nach der Reparatur auf der Innenseite und gibt dem beanspruchten Bereich neuen Halt.
Wenn deine Jeans an einer Gesäßtasche einreißt oder der Stoff dort schon sehr dünn geworden ist, bring sie gern vorbei. Ich schaue mir die Stelle an und sage dir, welche Reparatur sinnvoll ist.
Fragen zu Reparaturen an Gesäßtaschen
Muss die Tasche für die Reparatur immer abgetrennt werden?
Nein. Das hängt davon ab, wo der Schaden liegt. Verläuft der Riss wie bei dieser Jeans direkt unter oder entlang der aufgesetzten Tasche, muss sie häufig zumindest teilweise gelöst werden. Nur so komme ich gut an die beschädigte Stelle heran.
Kann man auch sehr dünnen Jeansstoff noch reparieren?
Oft ja. Entscheidend ist, wie viel stabiles Gewebe rund um die beschädigte Stelle noch vorhanden ist. Deshalb schaue ich mir jede Jeans einzeln an, bevor ich eine Reparatur empfehle.
Sieht man die Reparatur später?
Das hängt von der Stelle und vom Zustand des Stoffes ab. Bei dieser Jeans liegt ein großer Teil der Verstärkung wieder unter der Gesäßtasche und ist von außen kaum zu erkennen.
Sollte ich schon kommen, bevor der Stoff richtig gerissen ist?
Ja, das kann sogar sinnvoll sein. Wenn Jeansstoff bereits sehr dünn oder aufgerieben ist, lässt sich die Stelle häufig verstärken, bevor daraus ein größerer Riss wird.
